Wanderurlaub – Ferienhaus, Hotel oder AirBnB?

Deutschland hat tolle Wanderregionen. Foto ©Jenny Sturm stock adobe
Deutschland hat tolle Wanderregionen. Foto ©Jenny Sturm stock adobe

Das Wandern ist des Müllers Lust. Ob dieses alte Volkslied heute für die vielen Menschen, die in Deutschland Jahr für Jahr einen Wanderurlaub machen, als Inspiration dient, ist nicht überliefert.

Klar ist aber, dass die Deutschen schon lange nicht mehr nur Urlaubsweltmeister sind, wenn es um Reisen ins Ausland geht. Deutschland selbst ist längst eines der beliebtesten Urlaubsländer in Europa geworden.

Fast 500 Millionen Übernachtungen im Gastgewerbe im Jahr 2019 sprechen dabei eine deutliche Sprache. Inzwischen sind die Werte auch in der deutschen Tourismusbranche wieder fast auf die von vor der Pandemie angestiegen. Insgesamt lesen sich die Zahlen zum Tourismus in Deutschland, die das Statistische Bundesamt Jahr für Jahr zur Verfügung stellt, sehr interessant und erfolgreich.

Ein wichtiger Faktor ist dabei sicherlich auch der Wanderurlaub. Gerade in Deutschland gibt es ein sehr großes Netz hervorragend ausgebauter Wanderwege. Im Jahr 2019 war dieses Wanderwegenetz schon etwa 300.000 Kilometer lang – Tendenz steigend.

Die 5 schönsten Wanderwege in Deutschland haben wir Ihnen bereits bei einer anderen Gelegenheit gezeigt. Heute geht es eher um die schönsten Wanderregionen – und um die Frage, welche Art der Unterkunft für einen Wanderurlaub die Beste ist.

Wanderurlaub in Deutschland – Top 3 Regionen

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Wanderregionen in Deutschland. Manche sind besonders gut für Wanderungen mit Kindern geeignet. Andere wiederum sind perfekt für Einsteiger oder lassen die Herzen passionierter Wanderer höherschlagen. Drei der schönsten Wanderregionen der Bundesrepublik wollen wir Ihnen in der Folge einmal näher vorstellen.

Der Bayrische Wald

Im Bayrischen Wald findet man alles, was Wanderer benötigen. Endlos viel Natur, Berge, Flüsse und Seen, die neben einem traumhaften Panorama auch noch eine ganze Menge gemütliche Plätze zum zwischenzeitlichen Verweilen bieten. Und natürlich Wanderwege – ein Netz so gut ausgebaut, dass man hier Wochen und Monate verbringen kann.

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Der Bayrische Wald ist nicht nur bekannt für seine Pilgerwege, auf denen man körperliche Verausgabung und innere Einkehr finden kann. Auch die Anbindung an Fernwanderwege wie beispielsweise den Goldstein – immerhin Deutschlands längster Fernwanderweg – ist hier sehr gut.

Städte wie Passau, Straubing, Regen oder Deggendorf gehören zu dem Schönsten, was der Süden der Bundesrepublik zu bieten hat. Wunderbare Lagen am Fluss, traumhafte Altstädte und Unterkünfte, die mal urig und zünftig daherkommen, mal modern und top eingerichtet sind. Nach einem langen Wandertag sind natürlich auch die kulinarischen Feinheiten der Region nicht zu verachten.

Harz

Gänzlich anders, aber nicht weniger interessant präsentiert sich der Harz als Wanderregion. Von Hexenpfaden bis auf den Brocken bis hin zu Wanderstrecken auf den Spuren der Kumpel und Grubenarbeiter – der Harz hat eine Menge Kultur und Geschichte zu bieten.

Tatsächlich spielt der Brocken auf vielen Wanderwegen im Harz eine wichtige Rolle. Hier können Sie auf den Spuren Goethes wandeln und den Goetheweg von Torfhaus bis auf die Spitze des Brockens begehen.

Wer den Wanderurlaub mit etwas Kultur garnieren möchte, der ist in Wernigerode genau richtig. Die Burg von Wernigerode kann besichtigt werden und ist heute ein Museum, in dem man eine Menge über das Leben der Menschen in dieser Region im Mittelalter und in der Renaissance erfahren kann.

Auch hier gilt natürlich – nach einem langen Wandertag ist der Weg ins nächste regionale Gasthaus eine sehr gute Idee. Und wenn man regionale Spezialitäten liebt und sich einmal davon überzeugen lassen möchte, dass Whiskey nicht nur von der Insel schmeckt, kann man in der Hammerschmiede in Zorge an einem Tasting der dort hergestellten edlen Tropfen teilnehmen.

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Schwarzwald

Der Schwarzwald ist Deutschlands größtes Mittelgebirge und hat allerlei zu bieten. Auch hier gibt es eine gute Anbindung an die großen Deutschen Fernwanderwege. Doch auch Rundwanderwege, die an einem Tages innerhalb weniger Stunden gemeistert werden können, sind hier viele zu finden.

Besonders spannend sind die 51 Schwarzwälder Genießerpfade. Diese sind allesamt mit einem Genuss-Plus versehen und bringen Längen von 6 bis 18 Kilometer mit. Jeder dieser Wanderwege bringt ein eigenes Thema mit. Zu den Bereichen, die hier abgedeckt werden, gehören etwa:

  • Kultur
  • Die Schwarzwälder Küche
  • Badische Weine
  • Regionale Biere
  • Besondere Wasservorkommnisse

Jeder dieser Genießerpfade wurde mit dem Wander-Siegel des Deutschen Wanderinstituts ausgezeichnet. Dieses Wander-Siegel ist Premiumwegen vorbehalten und zeugt von der Qualität dieser Wanderwege.

Ferienhaus, Hotel oder AirBnB?

Wenn Sie sich für einen Urlaub in einer der zahlreichen deutschen Wanderregionen interessieren, stellt sich irgendwann unweigerlich die Frage nach der passenden Unterkunft. Drei Varianten haben wir hier einmal gegenübergestellt. Diese sind:

  • Ferienhaus
  • Hotel
  • AirBnB

Ein Ferienhausurlaub in Kombination mit einem Wanderurlaub bringt eine ganze Reihe spannender Vorteile. So haben Sie in einem Ferienhaus in der Regel absolut Ihre Ruhe. Sie können schon bei der Auswahl überlegen, ob es ein Haus mit Wellnesselementen wie einem Whirlpool, einer Sauna oder einem Solarium beispielsweise sein soll. Vor allem größere Reisegruppe haben hier einen echten Vorteil – denn die Preise für ein Ferienhaus für sechs Personen verändern sich nur marginal – egal ob Sie mit 2 oder eben mit 6 Personen anreisen.

Ein Nachteil ist sicherlich der fehlende Service. Im Ferienhaus ist Selbstversorgung angesagt und auch das Bettenmachen, Aufräumen und Putzen bleibt letztlich an Ihnen hängen. Dafür können Sie eine Woche Ferienhausurlaub im Schwarzwald beispielsweise in der Vorsaison (etwa im April) schon für unter 500 Euro machen. Je besser die Ausstattung und Lage des Hauses ist, desto höher ist natürlich in aller Regel auch der Mietpreis.

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Im Hotel genießen Sie in aller Regel mehr Luxus – auf jeden Fall aber eine gewisse Bedienung. Speisen können entweder bereits in der Buchung einhalten sein, oder Sie gehen einfach im Hotelrestaurant essen. In vielen Hotels ist zumindest ein Pool inklusive.

Der größte Nachteil sind hier die Kosten. Denn die Übernachtung im Hotel ist in der Regel deutlich teurer als die in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung.

Ob Sie nun Urlaub in Bayern oder einer der anderen Wanderregionen machen möchten – eine Alternative zu den klassischen Unterkünften ist heute längst das AirBnB geworden. Dabei handelt es sich um Wohnungen oder Häuser, die von ihren eigentlichen Besitzern gerade nicht genutzt werden und die diese dann während ihrer Abwesenheit vermieten.

Da es sich hierbei letztlich um Angebote privater Vermieter handelt, sind die Einrichtungen in Stil und Qualität sehr unterschiedlich. Auch hier ist der Preis ein echter Pluspunkt. Eine Woche im April im Schwarzwald ist in einem AirBnB bereits ab unter 500 Euro zu haben. Service gibt es hier natürlich auch keinen, und auch hier müssen Sie am Ende selbst putzen, bevor Sie die Wohnung wieder verlassen.

Fazit

Deutschland hat eine Menge schöne Regionen zu bieten und Wanderurlaube werden in den letzten Jahren immer beliebter. Als Unterkunft eignet sich dabei vor allen Dingen ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung. Wer auf mehr Erholung und den einen oder anderen kulinarischen Leckerbissen aus ist, der sollte sich eher in einem Hotel einmieten. Auch wenn die Preise hier in der Regel höher liegen, sind die Leistungen in den meisten Häusern diesen Aufpreis durchaus wert.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).