Welches Material für Bettwäsche? Bettwäschearten im Check

Je nach Jahreszeit sollte man das Material von Bettwäsche wechseln. Foto: ©Drobot Dean / stock adobe
Je nach Jahreszeit sollte man das Material von Bettwäsche wechseln. Foto: ©Drobot Dean / stock adobe

Schlaf ist wichtig – guter Schlaf noch wichtiger. Denn im Schlaf finden viele lebenswichtige Abläufe in unserem Körper statt. Das Immunsystem wird gestärkt, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und auch im Gehirn wird der Tag „verarbeitet“. Ob wir ausreichend und vor allem gut geschlafen haben, hat erheblichen Einfluss auf unsere Konzentrations- und damit auch auf unsere Leistungsfähigkeit.

Was beeinflusst den Schlaf?

Das Problem dabei: Es gibt eine ganze Menge Faktoren, die Einfluss auf die Qualität unseres Schlafs haben. Da wären die Raumtemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit im Raum. Aber auch die Qualität Ihrer Matratze oder die Auswahl des richtigen Bettes. Oder aber der Einfluss von Licht und Lärm in Ihrem Schlafzimmer.

Selbst die Ernährung am Abend hat einen Einfluss darauf, wie gut oder schlecht wir schlafen. Was viele dabei gerne außer Acht lassen – auch die Bettwäsche, in der wir schlafen, kann einen erheblichen Einfluss auf unsere Schlafqualität haben.

Wir von blooom haben in der Folge ein paar Bettwäschearten miteinander vergleichen und die jeweiligen Vor- und Nachteile zusammengetragen. Unterschieden haben wir hierbei nach dem Bettwäsche Material. Das Interessante dabei: Die eine richtige Bettwäsche gibt es nicht. Aber es gibt verschiedene Gründe, immer mal wieder zu wechseln.

Welche Bettwäschearten gibt es?

Es gibt Bettwäsche in verschiedenen Materialien und Mischmaterialien. Die Auswahl am Markt ist riesig und lässt manchen Verbraucher mit offenem Mund dastehen. Denn gerade bei einer so großen Auswahl stellt sich natürlich die Frage, wonach man am besten entscheiden sollte, welche Bettwäsche jetzt gerade die beste ist.

Um Ihnen hier die Entscheidung zu erleichtern, haben wir in der Folge einmal einige spannende Informationen zu den einzelnen Bettwäsche Materialien zusammengesammelt und zeigen Ihnen, wann welche Bettwäsche ihre größten Vorzüge entfalten kann.

Jersey

Jersey ist ein Strickstoff, der vor allem klimaregulierend wirkt. Er ist besonders weich, leicht und elastisch und fühlt sich für den Nutzer sehr geschmeidig an. Jersey ist dem Stoff eines T-Shirts sehr ähnlich. Da der Stoff komplett bügelfrei ist, ist Jersey Bettwäsche extrem pflegeleicht. Jersey ist außerdem sehr saugstark, was den Stoff gerade im Sommer zu einem angenehmen Bettpartner macht.

Klassische Jersey Bettwäsche ist allerdings im Winter etwas kühl. Doch auch dafür gibt es Abhilfe. Denn wer im Winter auf Interlock-Jersey setzt, hat hier eine etwas dickere und flauschigere Variante, die alle Vorteile des klassischen Single-Jersey mitbringt, aber eben auch für den Winter sehr gut geeignet ist.

Perkal

Mancher fragt sich an der Stelle als Erstes, was Perkal überhaupt ist. Der Name stammt aus dem Persischen und beschreibt ein dichtes Baumwollgewebe, das mittelschwer und feinfädig daherkommt. Gefertigt wird Perkal in Leinwandbindung. Heute wird zuweilen auch Polyester oder ein Mischgewebe verwendet, um Perkal herzustellen. Der Stoff als solcher ist fest und hat eine sehr hautsympathische, glatte Oberfläche. Außerdem ist Perkal sehr langlebig.

Der Stoff ist atmungsaktiv und bringt ein angenehm kühles Gefühl mit, was ihn als Stoff für die Bettwäsche perfekt für warme Sommernächte macht. Seine hohe Scheuerfestigkeit sorgt dafür, dass der Stoff grundsätzlich auch trocknergeeignet ist. Gerade wenn es um Bettwäsche aus Perkal geht, sollten Sie aber darauf achten, dass der Stoff wirklich zu 100 Prozent aus Baumwolle besteht. Das ist einfach schonender für die Haut. Perkal ist allerdings nicht unbedingt für seine Bügelfreiheit bekannt – hier kann also die Pflege schon mal etwas aufwendiger werden.

Linon

Linon ist ein Stoff, der komplett aus Baumwolle besteht und vor allem im Sommer sehr gern für Kleidung, Decken und eben auch als Bettwäsche verwendet wird. Bettwäsche aus Linon ist glatt, fest und strapazierfähig. Das – und der oftmals vergleichsweise attraktive Preis – macht Linon vor allem im Bereich der Kinderbettwäsche sehr beliebt.

Biber & Flanell

Im Bereich der Winterbettwäsche sind sie der Klassiker. Biber und Flanell sind Stoffe, die so flauschig, kuschelig und warm daherkommen, dass man im Winter gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen möchte. Gerade Feinbiber gilt dabei als besonders angenehm und kuschelig.

Bettwäsche aus diesen Stoffen ist an der Oberfläche leicht angeraut, was sie noch wärmer wirken lässt. Außerdem bringen sowohl Feinbiber als auch Flanell eine natürliche Stoffstärke mit, die allein schon für ein wohliges Gefühl im Bett sorgt.

Problematisch wird es hier allerdings für Menschen, die schnell schwitzen und denen auch im Winter eher mal zu warm als zu kalt ist. Denn dann kann eine Biber- oder eine Flanell-Bettdecke selbst in den kältesten Monaten des Jahres zu viel der Wärme sein.

Satin

Satin Bettwäsche ist ein echter Allrounder. Sie ist etwas hochwertiger, wirkt edler von der Optik und vom Gefühl her. Sie gibt es dementsprechend auch in einem etwas anderen Preisgefüge. Aus Baumwolle gefertigt kommt sie mit einem angenehmen Glanz und einer sehr kühlen Oberfläche daher, die aber schnell kuschelig warm werden kann. Da Satin temperaturausgleichend wirkt, kann diese Bettwäsche das ganze Jahr über genutzt werden.

Tatsächlich haben viele Nutzer das Gefühl, dass Satin im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Letztlich kann es unter einer Satinbettdecke nicht zu einem Hitzestau kommen. Der Stoff muss übrigens nicht gebügelt werden, was wiederum bedeutet, dass er durchaus pflegeleichter ist als manch anderer Bettwäschestoff.

Seide

Die Königin unter den Stoffen ist die Seide. Das gilt natürlich auch fürs Schlafzimmer. Bettwäsche aus Seide ist luxuriös und fühlt sich besonders angenehm und geschmeidig an. Das liegt einfach daran, dass Seide unserer Haut am meisten ähnelt.

Da Milben in Seide keinen Lebensraum finden, ist der Stoff gerade für Allergiker perfekt geeignet. Auch hier gilt: Diese Bettwäsche wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Außerdem kann sie lindernd auf Hauterkrankungen wie Neurodermitis wirken.

Hier schlägt natürlich der Preis ein Stück weit zu Buche. Denn wirklich gute Seidenbettwäsche ist – ihrer Qualität angemessen – auch deutlich hochpreisiger als die meisten anderen oben vorgestellten Bettwäschearten.

Welche Bettwäsche ist nun die Richtige?

Welches Bettwäsche Material für Sie das Richtige ist, können im Endeffekt nur Sie selbst beantworten. Letztlich geht es darum, dass Sie sich in Ihrem Bett wohlfühlen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass Sie nicht zu sehr schwitzen und es unter der Decke nicht zu heiß wird. Biber- oder Flanell Bettwäsche wäre im Sommer beispielsweise definitiv die falsche Wahl. Doch es gibt durchaus den einen oder anderen, der das ganze Jahr über auf Linon oder Satin Bettwäsche setzt, einfach weil diese Stoffe ihm auch in kalten Winternächten ausreichend Wärme bieten.

Im Endeffekt ist es eine Frage des Gefühls. Deshalb sollten Sie durchaus mal den Mut haben und verschiedene Stoffe ausprobieren – einfach um zu wissen, in welchem Sie sich am Ende am wohlsten fühlen. Denn letztlich hat guter Schlaf auch etwas mit Achtsamkeit zu tun – achten Sie auf Ihren Körper und spüren Sie, welche Bettwäsche für Sie selbst die Beste ist.