Bodengleiche Dusche – Vorteile im Detail

Für die meisten Menschen überwiegen die Vorteile einer bodengleichen Dusche. Foto: ©Casa imágenes / stock adobe

Barrierefreies Wohnen ist viel mehr als nur ein Wohntrend der letzten Jahre. Aufgrund des demografischen Wandels wird es immer mehr und mehr zu einer Notwendigkeit. Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland stagniert aktuell, ist in den letzten Jahrzehnten aber deutlich gestiegen.

Damit wird es auch zunehmend wichtiger, sich über das Leben im Alter und mit den Krankheiten und Wehwehchen des Älterwerdens Gedanken zu machen. Eine bodengleiche Dusche ist nur ein Baustein für einen barrierefreien Wohnraum, aber ein sehr wichtiger. Wir zeigen Ihnen, wo die Vorteile liegen und worauf Sie achten sollten.

Was ist eine bodengleiche Dusche?

Man spricht von einer bodengleichen Dusche, falls der Duschbereich und der Rest des Badezimmers nahtlos ineinander übergehen. Der Bodenbelag ist durchgehend derselbe. Es gibt weder eine Stufe noch eine separate Duschtasse. Der Duschbereich ist in der Regel nur durch eine Glaswand vom restlichen Badezimmer abgetrennt.

Hier gibt es zumeist auch keine Tür – der Zugang ist bewusst offen und breit genug, damit auch ein Rollstuhl in eine solche bodengleiche Dusche gefahren werden kann. Das Wasser fließt über ein sanftes integriertes Gefälle in einen Bodenablauf oder eine Duschrinne ab.

Vorteile einer bodengleichen Dusche

Eine bodengleiche Dusche bringt eine ganze Menge Vorteile mit. Sowohl in punkto Funktionalität als auch im Hinblick auf die Optik Ihres Badezimmers ist eine bodengleiche Dusche ein echter Gewinn. Wir zeigen Ihnen hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick.

Barrierefreiheit und Komfort im Alltag

Da Sie ohne eine Stufe oder Kante in die bodengleiche Dusche gehen können, ist diese absolut barrierefrei. Das erleichtert Ihnen, auch im fortgeschrittenen Alter noch in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus zu leben.

Während bei einer klassischen Dusche mit hohem Einstieg ab einem gewissen Alter und abhängig von der gesundheitlichen Konstitution Hilfe für das Betreten und Verlassen der Dusche erforderlich ist, können Sie in Ihre bodengleiche Dusche auch mit einem Rollator einfach allein hineingehen. Sofern vonseiten der Pflegekasse ein Duschhocker bewilligt wurde, ist auch für viele Menschen mit einem Pflegegrad auf diese Art das Duschen ohne fremde Hilfe immer noch möglich.

Modernes Design und ästhetische Vorteile

Sobald heute von einer modernen Dusche gesprochen wird, ist in erster Linie eine bodengleiche Dusche gemeint. Die moderne Dusche besteht aus einem befliesbaren Element, das in den Boden eingelassen und dann gefliest wird. Hinzu kommen moderne Armaturen und zu guter Letzt ein ausreichend abgedichteter Wandbereich hinter der Dusche.

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Hierfür eignen sich oft am besten große Wandplatten aus Verbundmaterial, die ohne Fugen teilweise in der Größe einer kompletten Wand daherkommen. Diese gibt es in verschiedenen Farben, aber auch mit Motiven und Mustern. So können Sie zum Beispiel einen Sonnenuntergang über dem Meer, ein Waldmotiv, den blauen Himmel über den Hügeln Schottlands oder eine endlose Blumenwiese als Hintergrund in Ihrem Duschbereich haben.

Mehr Platz und offene Raumwirkung

Da eine bodengleiche Dusche zumeist nach vorn hin offen ist und nicht, wie klassische Duschen, eine geschlossene Kabine hat, bietet sie automatisch mehr Platz als eine normale Duschkabine. Durch die Integration in den Raum wirkt der Raum größer. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass das Badezimmer durchgehend gefliest ist.

Die Glaswand zwischen dem restlichen Raum und der Dusche wird nicht als beengendes Element wahrgenommen. Je nach Größe des Bades kann eine bodengleiche Dusche sogar ganz ohne räumliche Abtrennung auskommen. Dafür ist es allerdings wichtig, dass der Boden rund um den Duschbereich bestens abgedichtet ist, da sonst austretendes Wasser durch die Fugen unter den Bodenbelag gelangen und zu Wasserschäden führen könnte.

Einfache Reinigung und Hygiene

Das Fehlen einer Kante bedeutet auch den Wegfall einer Schmutzfalle. Generell ist die Reinigung einer bodengleichen Dusche deutlich einfacher als die Reinigung einer klassischen Duschtasse. Denn in einem modernen Bad müssen Sie den durchgehend gefliesten Duschbereich lediglich regelmäßig wischen.

Für die Hygiene sind auch Verbundplatten an den Wänden Ihres Duschbereichs ein interessantes Thema. Denn gerade in den Fugen von Fliesen können sich Kalkablagerungen und im schlimmsten Fall mit der Zeit auch Schimmelflecken bilden.

Diese Verbundplatten sind nicht nur fugenfrei, sondern auch komplett wasserdicht und lassen das Wasser an der Oberfläche abperlen. Hier reicht es nach dem Duschen kurz mit einem Abzieher oder einem trockenen Tuch drüberzugehen, um Kalkflecken auf der Wand zu vermeiden. Ist Ihr Wasser nicht besonders kalkhaltig, ist nicht einmal das notwendig.

Sicherheit durch geringeres Unfallrisiko

Durch das Fehlen einer Kante oder einer hohen Stufe reduzieren Sie das Risiko von Verletzungen und Stürzen im Bad erheblich. Das ist ein wichtiger Faktor, denn Stürze im eigenen Haushalt sind bei Menschen ab 65 Jahren die Unfallart Nummer eins. Oft mit schwerwiegenden Folgen wie gebrochenen Knochen oder inneren Verletzungen. Im Durchschnitt stürzt jeder vierte Senior einmal im Jahr. Eine Zahl die sich durch konsequente Reduzierung von Barrieren und Stolperfallen deutlich verringern lässt.

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Flexibilität bei Planung und Einbau

Da die Dusche problemlos in den Raum integriert werden kann, ist die Planung deutlich einfacher als bei einer klassischen Duschkabine. Auch der Einbau selbst ist von einer Fachfirma schnell erledigt. In manchen Fällen müssen die Abflüsse und das Bodenniveau im Duschbereich etwas tiefergelegt werden. Dafür sind Stemmarbeiten erforderlich.

Bei ausreichender Raumhöhe kann das Bodenniveau des restlichen Badezimmers aber auch angehoben werden, was mit weniger Lärm und Dreck verbunden ist. In vielen Fällen wird eine bereits vorhandene Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzt. Diese Art der baulichen Veränderung wird finanziell sogar von mehreren Seiten aus unterstützt.

Unterstützung der Pflegekasse

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit sind stets die aktuellen Beträge für mögliche Zuschüsse zu einem Umbau im heimischen Wohnumfeld zu finden. Aktuell liegen diese bei 4.180 Euro.

Gewährt werden diese Zuschüsse ab dem Vorliegen eines Pflegegrades. Es reicht also bereits der Pflegegrad 1, um Anspruch auf den betreffenden Zuschuss zu haben. Voraussetzung dafür ist, dass der Umbau eine Anpassungsmaßnahme ist, die die häusliche Pflege in der Wohnung erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung der gepflegten Person begünstigt bzw. wiederherstellt.

Der Einbau einer bodengleichen Dusche, sofern Sie zuvor nur eine Dusche mit klassischer Duschtasse oder sogar nur eine Badewanne hatten, erfüllt diese Kriterien bei Vorliegen eines Pflegegrades so gut wie immer. Der Zuschuss kann, wenn mehrere Personen mit einem Pflegegrad zusammenleben, addiert werden.

Unterstützung durch die KfW

Auch die KfW hat ein Förderprogramm für die Reduzierung von Barrieren im Haushalt. Dieses ist nicht immer aktiv, da der Fördertopf schnell ausgeschöpft ist und dann gewartet werden muss, bis ein neues Programm aufgelegt oder in einem neuen Jahr ein neuer Topf bereitgestellt werden kann.

Dennoch lohnt es sich vor der Planung eines solchen Umbaus auf den Seiten der KfW nach Fördermöglichkeiten zu schauen oder mit dem eigenen Bankberater über entsprechende Angebote zu sprechen. Bei diesem Zuschuss der KfW – aktuell immerhin 10 – 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten – handelt es sich auch nicht um ein Darlehen, sondern um eine reine Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss. Wichtig ist, dass Sie sowohl bei der Pflegekasse als auch bei der KfW die Anträge auf die entsprechende Förderung gestellt haben müssen, bevor Sie mit dem Umbauvorhaben beginnen.

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Wertsteigerung der Immobilie

Da eine bodengleiche Dusche ein wichtiger Bestandteil einer barrierefreien Wohnung ist und das Badezimmer ästhetisch aufwertet, steigert ein solcher Umbau in der Regel den Wert Ihrer Immobilie.

Mögliche Nachteile im Überblick

Wo Licht ist, findet sich immer auch Schatten. So hat auch eine ebenerdige Dusche ein paar Nachteile, die man vor der Planung beachten sollte.

  • Die Kosten

Vor allem wenn Sie keinen Anspruch auf eine Förderung haben, machen sich die höheren Kosten im Vergleich zu einer klassischen Duschkabine bemerkbar. Zum einen müssen die Abflüsse und der Boden im Duschbereich angepasst werden, um das notwendige Gefälle zu erreichen und um die Abflüsse wirklich bodengleich installieren zu können.

Je nach Höhe des Bades kann es möglich sein, den Rest des Bodens im Badezimmer anzuheben – bei Altbauten besteht aufgrund geringer Raumhöhe im Bad aber oft das Problem, dass einem solchen Bodenaufbau Grenzen gesetzt sind.

  • Erhöhte Rutschgefahr

Wenn Sie die „falschen“ Fliesen für Ihren Duschbereich und das Badezimmer aussuchen, besteht eine stark erhöhte Rutschgefahr. So reicht in einem normalen Badezimmer eine Fliese mit einer Rutschhemmklasse R10. Für ein Badezimmer mit einer bodengleichen Dusche benötigen Sie Fliesen der Rutschhemmklasse R11.

  • Kälte/Wärme-Empfinden

Eine offene Dusche ohne Tür oder Duschvorhang kann beim warmen Duschen schnell als deutlich kälter empfunden werden, da kühlere Luft von außerhalb des Duschraums durch die Öffnung eintritt.

Fazit

Insgesamt überwiegen für die meisten Menschen die Vorteile einer bodengleichen Dusche. Wichtig ist eine gute Beratung bei der Auswahl der Fliesen. Auch die Abdichtungsarbeiten an den Wänden und am Boden sind ein wichtiger Faktor. Da hier ohne Kante auch keine Barriere für das Wasser mehr vorhanden ist, muss die Abdichtung des Bodens über den eigentlichen Duschbereich deutlich hinausgehen.

Deshalb ist es wichtig, diese Arbeiten von Fachleuten erledigen zu lassen. Wenn Sie Anspruch auf einen Zuschuss der Pflegekasse haben oder/und von dem Förderprogramm der KfW profitieren können, ist eine bodengleiche Dusche immer eine gute Investition.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).