In den Sozialen Medien wird Matcha schon länger heiß diskutiert. Angeblich das absolute Wundermittel gegen Alzheimer, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und dazu auch noch der perfekte Schlankmacher.
Wie bei vielen gehypten „Superfoods“ werden Matcha eine ganze Menge positive Auswirkungen nachgesagt. Die Frage ist, was wirklich dran ist an den ganzen positiven „Facts“, die man in vielen Beiträgen zahlloser Influencer findet.
Wir haben Matcha einmal genauer unter die Lupe genommen und dazu den Vergleich zum klassischen Kaffee gezogen. Hier haben wir uns vor allem die Frage gestellt, was sich besser im Bereich Fokussierung und Energiegewinn auswirkt. Aber natürlich beleuchten wir auch kurz die angeblichen gesundheitlichen Vorteile, die Matcha so mit sich bringt.
Was ist Matcha?
Matcha ist eine ganz besondere Tee-Art. Es handelt sich dabei um japanischen Grüntee, dessen Blätter zu feinstem Pulver gemahlen werden. Die Teepflanzen werden – anders als bei klassischem Tee – die letzten Wochen vor der Ernte beschattet. Das erhöht den Chlorophyllgehalt der Pflanzen und führt zu der extrem grünen Farbe der Blätter und später des Matcha-Pulvers.
Anders als bei herkömmlichem Tee wird hier das Pulver in heißem Wasser gelöst. Dadurch werden die Teeblätter nicht ausgekocht, sondern als Pulver im Wasser komplett konsumiert. Hochwertiger Matcha hat eine tiefgrüne Farbe und schmeckt mild und leicht süßlich.
Die traditionelle Matcha Zubereitung hat auch nicht viel mit dem Kochen von Tee gemein. Sie geben 1 bis 2 Gramm Matcha-Pulver in eine Matcha-Schale, gießen 70 bis 80 Milliliter kochendes Wasser darüber und verrühren das Ganze traditionell mit einem Bambusbesen. Dazu führen Sie den Besen in Zickzackbewegungen durch das Gefäß bis ein feiner Schaum entsteht.
Was ist Kaffee?
Kaffee kennt jeder. Selbst Menschen, die keinen Kaffee mögen, sind im Elternhaus, auf der Arbeit oder sonst irgendwo im täglichen Leben schon oft mit dem heißen, braunen Getränk in Berührung gekommen. Die Kaffeebohne kommt ursprünglich aus Äthiopien. Heute wird sie in mehr als 50 Ländern weltweit angebaut.
Je nach verwendeter Bohne bekommt der Kaffee ein stärkeres oder milderes Aroma. Die Bohnen werden feingemahlen und das Kaffeepulver wird anschließend mit heißem Wasser übergossen.
Matcha vs. Kaffee: Was ist besser für Fokus und Energie?
Beide Getränke beinhalten Koffein und wirken somit als Wachmacher. Allerdings ist die Wirkung in diesem Bereich gänzlich unterschiedlich. Das liegt an den verschiedenen zusätzlichen Inhaltsstoffen, die für eine differenzierte Wirkung des Koffeins im Körper sorgen.
Wirkung auf Energie im Vergleich
Sobald Sie Kaffee trinken, wird schnell eine hohe Menge Koffein im Körper freigesetzt. Das bringt einen schnellen Energieschub mit sich. Doch so schnell, wie diese Energiespitze entstanden ist, ebbt sie meist auch wieder ab. Die Energie aus Kaffee ist – ähnlich wie bei Energydrinks – nur von relativ kurzer Dauer. Man spricht hier von einem Peak von maximal 1 Stunde. Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken und deren Körper das Koffein gewohnt ist, erleben diesen Peak oft noch deutlich kürzer.
Anders sieht es bei Matcha-Tee aus. Denn hier kommt das Koffein in Kombination mit der Aminosäure L-Theanin daher. Diese wiederum sorgt dafür, dass das Koffein deutlich langsamer an den Körper abgegeben und hier verarbeitet wird.
Es entsteht keine große Energiespitze, sondern eher eine 4 bis 6 Stunden anhaltende Energiewelle. In ihrer Spitze ist diese Welle zwar nicht so hoch, wie bei Kaffee. Dafür ist sie nachhaltiger und bringt dem Konsumenten über eine längere Zeit Energie.
Wirkung auf Fokus und Konzentration
Das wirkt sich auch auf den Fokus aus. Denn Kaffee wirkt nur für einen sehr begrenzten Zeitraum hilfreich bei der Konzentration. Nicht selten setzt hier nach einer gewissen Zeit der Koffein-Crash ein. Der Blutzucker sackt ab, die Konzentration ist im Keller.
Matcha hingegen sorgt für eine ruhige Wachheit, die über mehrere Stunden anhält. Ein Grund, weshalb man auf den Konsum von Matcha schon einige Stunden vor dem Zubettgehen verzichten sollte.
Da L-Theanin nicht nur die Verarbeitung von Koffein verlangsamt, sondern auch noch die Produktion von Alpha-Wellen im Gehirn fördert, erleben Genießer mit einem guten Matcha in der Regel einen entspannten, fokussierten Zustand klarer und ruhiger Wachheit.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Beide Getränke haben allerdings auch ihre Nebenwirkungen. Für Matcha beispielsweise wird das komplette Teeblatt verarbeitet. Das erhöht einerseits die Menge an sehr gesunden Bestandteilen, da so mehr Nährstoffe im Getränk landen als beim Auskochen von Teeblättern.
Andererseits konsumiert man so aber auch negative Bestandteile wie beispielsweise Aluminium, das über den Boden in die Pflanzen gelangen kann. Vor allem bei günstigen Matcha-Sorten ist der Aluminiumgehalt oft etwas erhöht. Für gesunde Menschen ist das praktisch kein Problem, da das Aluminium über die Nieren ausgeschieden wird. Bei zu hohem Konsum von stark aluminiumhaltigen Matcha-Sorten kann es allerdings zu Ablagerungen im Körper kommen. Menschen mit Nierenproblemen sollten ohnehin nur auf hochwertige Matcha-Sorten aus streng reguliertem Anbau zurückgreifen.
Bei Kaffee hingegen gibt es das Problem des hektischen Fokus‘. Durch die hohe Menge an Koffein mit der Ihr Körper regelrecht geflutet wird, kann es zu Herzklopfen, Nervosität, Bluthochdruck und einem Gefühl des Gehetztseins kommen.
Gesundheitliche Vorteile
Bleibt die Frage, welche Wirkung Matcha-Tee wirklich auf den Körper hat. Matcha-Pulver enthält sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe. Neben den genannten Aminosäuren wären da noch Antioxidantien, Katechine und zahlreiche Vitamine und Nährstoffe. Ob Matcha Krebs oder Alzheimer vorbeugen kann, ist nicht nachgewiesen. Ebenso wenig wie die tatsächliche Auswirkung von Matcha auf den perfekten Beachbody.
Aber Experten sind sich sicher, dass der regelmäßige Konsum von hochwertigem Matcha-Tee positive Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit hat. Außerdem wirkt er entzündungshemmend.
Interessant ist in dem Zusammenhang, dass Kaffee – bei moderatem Genuss – sehr ähnliche Wirkungen zugeschrieben werden. Auch er enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Nicht umsonst bezeichnen viele Genießer den Genuss eines guten Kaffees als echten Wellnesstipp. Letztlich sind sich die beiden Getränke in ihren gesundheitlichen Vorteilen sehr ähnlich.
Kaffee vs. Matcha – Für wen eignet sich was?
Kaffee und Matcha haben letztlich eine ähnliche Wirkung – allerdings mit unterschiedlichen Ausgestaltungen. Matcha eignet sich vor allem für all diejenigen, die sich von ihrem Genussgetränk eine lang anhaltende Energiewelle erhoffen. Für den schnellen Energiekick ist Matcha eher ungeeignet.
Sie brauchen einen schnellen Wachmacher auf einer Autofahrt oder einen Kickstart in den Morgen? Dann ist Kaffee die perfekte Lösung. Nur falls die schnelle Freigabe des Koffeins bei Ihnen zu ungewollten Nebenwirkungen wie Herzklopfen oder Nervosität führt, sollten Sie eher zu Matcha-Tee greifen.
Fazit
Matcha ist viel mehr als nur irgendein Trendgetränk, das von einigen Influencern in den sozialen Medien gehypt wird. Es bringt viele Vorteile mit, die wir von Kaffee schon lange kennen, wirkt aber auf seine ganz eigene Art sanfter als Kaffee.
