Digital Bezahlen – Möglichkeiten im Überblick

Auch beim Zahlungsverkehr ist Digitalisierung längst im Alltag angekommen. Foto: © Monkey Business / stock adobe

Die Welt wird zunehmend digital. Auch beim Zahlungsverkehr ist Digitalisierung längst im Alltag angekommen. Waren die Menschen in Deutschland vor einigen Jahren eher zurückhaltend bei Kartenzahlungen und dem Verzicht auf Bargeld, so sind bargeldlose Zahlungen seit der Covid-9-Pandemie stetig und deutlich gestiegen.

Mobile Payment: Technologien und Einsatzmöglichkeiten

Beim sogenannten Mobile Payment nutzen wir mobile Endgeräte zur Zahlung von Waren und Dienstleistungen. Mobile Bankgeschäfte dominieren mittlerweile den modernen Zahlungsverkehr.

Smartphones, Smartwatches und andere Wearables wie Ringe ermöglichen nicht nur das Bezahlen im stationären Handel. Auch im E-Commerce oder im öffentlichen (Nah)Verkehr können Zahlungsvorgänge schnell und vor allem kontaktlos vorgenommen werden.

Dabei kommt die sogenannte Near Field Communication (NFC) zum Einsatz – eine Technik, die zuerst von Karten im kontaktlosen Zahlungsverkehr genutzt wurde. Auch QR-Codes und tokenisierte Kartendaten werden von manchen Anbietern verwendet.

Insgesamt sind die Erwartungen der Konsumenten an die angebotenen Bezahlsysteme von stationären Händlern und Online-Shops in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. So sollen Bezahlvorgänge idealerweise nahtlos in Apps, Identitätsdienste oder Loyalitätsprogramme wie Payback, Lidl-Plus-App, Edeka-App, Müller-App oder vergleichbare Anwendungen integriert sein.

Mobile Wallets und Smartphone-Zahlungen

Mobile Wallets bieten unterschiedliche Möglichkeiten zum Bezahlen. Zum einen können sie aufgeladen und als separate Konten genutzt werden. Zahlt man im Online-Shop oder im stationären Handel mit dem mobilen Wallet, wird dann zunächst das Guthaben verbraucht. Erst nachdem der Kontostand auf dem Mobile-Wallet bei null Euro angekommen ist, werden die dort hinterlegten Konten oder Kreditkarten belastet.

Um den Zahlvorgang im Online-Handel abzuschließen, ist das einmalige Einloggen in das Wallet erforderlich. Im stationären Handel wird in der Regel in einer App ein Token oder ein QR-Code erzeugt, der an der Kasse gescannt und für die Zahlung verwendet werden kann.

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Smartphones eignen sich als mobile Endgeräte hervorragend für die Zahlung mit Mobile Wallets. Denn sie bieten neben der NFC-Technologie auch biometrische Authentifizierungen als Sicherheitsmechanismus, sodass diese Zahlungsarten nach aktuellem Stand der Technik vergleichsweise sicher sind.

Händlern bieten Mobile Wallets zusätzliche Umsatzmöglichkeiten dank  personalisierter Angebote. Auch die automatische Erstellung und Speicherung von Belegen kann zu einer persönlicheren Verbindung zwischen Händler und Kunden führen. Händler können auf diese Weise das Nutzerverhalten der eigenen Kunden noch besser kennenlernen.

Kreditkarten im digitalen Zahlungsverkehr

Es gibt in Deutschland mehr als 30 Millionen Kreditkarten. Dank unterschiedlicher Varianten findet nahezu jeder Verbraucher im breiten Angebot der Kreditkartenunternehmen jenes „Kärtchen“, das zu ihm passt.

 

Digitale Nutzung von Kreditkarten

Viele Kartenunternehmen haben inzwischen auch Online-Versionen ihrer Produkte im Portfolio. Diese digitalen Karten werden auf dem Handy, der Smartwatch oder einem Wearable gespeichert und können dann über die NFC-Technologie zum Zahlen genutzt werden.

Das Handy muss dann mit aktivierter Karte nur auf den jeweiligen Bezahl-Terminal gelegt werden und die Zahlung die Daten der virtuellen Kreditkarte können ausgelesen werden. Alternativ gibt es nach wie vor die Kreditkarten in klassischer Plastikform. Manchmal kann ein Kunde über einen Vertrag beide Varianten erhalten und hat die Wahl, ob er die digitale Karte auf dem Handy speichern oder die physische Karte im Geldbeutel mitführen möchte. Auch eine parallele Nutzung ist oft möglich.

Alternativ können Kreditkarten – egal ob in einer digitalen oder einer analogen Variante – als Zahlungsmethode in Apps und Wallets hinterlegt werden. So kann praktisch jede physische Kreditkarte in ein digitales Zahlungsmittel umgewandelt werden.

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Online-Zahlungsmethoden

Digitale Zahlungsmethoden können insbesondere  im Online-Handel viele Vorteile haben. Inzwischen gehören sie zu den am häufigsten genutzten Bezahlverfahren beim Webshopping. Während Verbraucher früher viele Dinge „auf Rechnung“ gekauft haben, sind Online-Zahlungsmethoden heute häufig erste Wahl.

Das hat Vorteile für Händler und Nutzer. Händler können beispielsweise sofort über das Geld aus einer Transaktion verfügen. Das Ausfallrisiko, das bei einem Kauf auf Rechnung immer vorhanden ist, wird dadurch erheblich reduziert bzw. auf den Anbieter des Onlinezahlungsmittels geschoben. Online-Zahlungsdienstleister wie Klarna oder PayPal gehen in Vorleistung und buchen den Kaufpreis im Nachgang von den dort hinterlegten Zahlungsmitteln ab.

Durch immer bessere Sicherheitsstandards im Bezahlvorgang und die zusätzliche Sicherung, dass sich Kunden im Bezahlvorgang beim Dienstleister mit Passwort und oft mit zusätzlicher Authentifizierung anmelden müssen, ist das Vertrauen in diese Zahlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Kontaktlose Kartenzahlung

Sie begann als reine Komfortfunktion für kleine Beträge, die ohne großen Aufwand kontaktlos bezahlt werden konnten. Heute gehört diese Zahlungsart weltweit zu den am häufigsten genutzten Methoden im stationären Handel.

Die inzwischen weite Verbreitung der dafür notwendigen NFC-fähigen Zahlungsterminals sowie die im Vergleich deutlich höhere Transaktionslimits waren wichtige Bausteine für den Erfolg der kontaktlosen Kartenzahlung.

Dass auch diese Methode nicht ohne zusätzliche Sicherungsmechanismen wie eine Pin-Eingabe ab einem bestimmten Betrag oder eine immer mal wieder zufällig eingeforderte Nutzung des Chiplesers auskommt, sorgt bei Verbraucher für Vertrauen.

Fazit

Egal ob beim Einkaufsbummel in Paris, in der Strandbar in Italien oder im Sommerschlussverkauf in der heimischen Fußgängerzone – digitale Zahlungsmethoden sind auch aus dem Einkaufsverhalten der Verbraucher im stationären Handel nicht mehr wegzudenken. Am meisten genutzt werden sie aber nach wie vor im Online-Handel.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).