Ohrringallergie – Ursachen, Lösungen & Tipps

Wenn Sie eine Ohrringallergie vermeiden möchten, sollten Sie vor allem auf günstigen Modeschmuck verzichten. Foto: © Pixel-Shot / stock adobe

Ohrschmuck hat eine sehr lange Geschichte. Bei vielen Naturvölkern waren Ohrringe so etwas wie Visitenkarten. Bei ihnen sagt der Ohrschmuck viel über die Stammeszugehörigkeit und das Standing im Stamm aus. In westlichen Ländern ist der Ohrschmuck eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Da gibt es Herzen, Einhörner und Regenbögen, die schon Kinderohren zieren. Aber auch größere, ausgefallenere oder auch besonders edle Ohrringe für jede Altersklasse. Je nach Auffälligkeit Ihrer Ohrringe können diese als absoluter Hingucker hervorstechen oder alternativ Ihr Outfit mit anderen Accessoires gekonnt abrunden.

Ursachen einer Ohrringallergie

Unangenehm ist es allerdings, sobald Sie eine Ohrringallergie entwickeln. Diese kommt leider viel häufiger vor, als man auf den ersten Blick glaubt. Dabei gibt es keine generelle „Ohrringallergie“. Denn die Allergie entwickeln Sie immer nur gegen den Stoff bzw. das Material, aus dem die Ohrringe gemacht sind.

Hochwertige Ohrringe aus Gold oder Silber beispielsweise erzeugen in der Regel keine allergische Reaktion. Die Ursache für eine Ohrringallergie sind in aller Regel günstigere Alternativen zu den hochwertigen Edelmetallen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass gerade Gold in den letzten Jahren so teuer geworden ist, dass Ohrringe aus echtem Gold schon ein kleines Vermögen kosten.

Vor allem wenn Sie sich Modeschmuck kaufen oder Ohrringe aus dem Urlaub mitbringen, kann es schnell mal zu einer allergischen Reaktion kommen.

Typische Symptome erkennen

Die typischen Symptome einer Ohrringallergie sind einfach zu erkennen. Oft beginnt es mit Rötungen an den Ohrläppchen, die jucken und schließlich zu Entzündungen führen. Falls Sie die Ohrringe trotz erster Reaktionen weiterhin tragen, kann das zu Schwellungen und starkem Pochen in den Ohrlöchern führen. In besonders schweren Fällen können sogar Bläschen und nässende Ekzeme auftreten.

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Nickelallergie als häufigster Auslöser

Der Stoff, der am häufigsten für eine Ohrringallergie sorgt, ist Nickel. Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) hat in Studien festgestellt, dass im Durchschnitt 8,5 % der Kinder bis 10 Jahre eine Sensibilisierung für Nickel haben. Bei Jugendlichen bis 17 Jahren sind es bereits 12,35 %. Und bei den Erwachsenen wurde bei 15,5 % der untersuchten Personen eine entsprechende Sensibilisierung festgestellt.

Das sind noch gute Werte, vergleicht man dazu etwa die Ergebnisse aus Italien (25,9 % der Erwachsenen) oder Spanien (24 % der Erwachsenen). Deutlich niedriger ist die Zahl der sensibilisierten Menschen in Dänemark (11,9 % der Erwachsenen).

Das Risiko einer Nickelallergie wird durch regelmäßigen Kontakt mit dem Metall verstärkt. Das bedeutet, dass die Gefahr, eine Nickelallergie zu entwickeln, steigt, je mehr nickelhaltigen Schmuck Sie tragen.

Welche Materialien sind besser verträglich?

Die Auswahl an Materialien für Ohrschmuck ist groß. Am teuersten sind zumeist die Edelmetalle …

  • Gold
  • Platin
  • 925er Sterlingsilber

Wichtig ist, falls Sie Silberschmuck tragen möchten, wirklich auf 925er Silber zurückzugreifen. Dabei handelt es sich um beinahe reines Schmucksilber, das immer nickelfrei ist.

Ein anderes natürliches Metall, das nicht so oft in Ohrringen zu finden, aber vor allem für Allergiker hervorragend geeignet ist, ist Niob. Dieses Metall ist nicht reaktiv. Das heißt, dass es in keiner Weise mit der Haut reagiert, also auch keine allergische Reaktion auslösen kann.

Andere gern gewählte Materialien sind …

  • Titan
  • Chirurgenstahl
  • oder medizinischer Kunststoff

Sofortmaßnahmen bei allergischer Reaktion

Das Problem bei einer Nickelallergie ist, dass die Symptome oft mit einer Verzögerung von 12 bis 24 Stunden auftreten. Es kann also sein, dass Sie die Ohrringe schon gar nicht mehr tragen, die für die allergische Reaktion verantwortlich sind.

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Auf jeden Fall sollten Sie bei Auftreten einer solchen Reaktion jeglichen Ohrschmuck sofort entfernen und die betroffenen Ohrläppchen vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer duftstofffreien Seife oder einer sterilen Salzlösung reinigen. Kühlen und/oder das Auftragen einer Allergie-Salbe sind ebenfalls wirksame Sofortmaßnahmen bei einer allergischen Reaktion auf Ohrschmuck. Bis das Ohrloch komplett verheilt ist, sollten Sie keine neuen Ohrringe tragen.

Pflege und Reinigung von Ohrlöchern

Sobald Sie ein entzündetes Ohrloch haben, sollten Sie es ebenso pflegen, wie ein frisches Ohrloch. Desinfizieren Sie es im Idealfall zweimal täglich mit einem Pflegespray. Waschen Sie Ihre Hände vor jeder Berührung des Ohrlochs. Verzichten Sie für die Dauer der Entzündung auf das Tragen von Ohrringen.

Reinigen Sie das Ohrloch mehrmals täglich mit einer sanften, duftstofffreien Seife. Verwenden Sie dafür Wattestäbchen. Tragen Sie regelmäßig eine Allergie-Salbe auf. Auch Antiallergietabletten können bei akuten Symptomen eine Hilfe sein und die allgemeine Heilung beschleunigen.

Fazit

Wenn Sie eine Ohrringallergie vermeiden möchten, sollten Sie vor allem auf günstigen Modeschmuck oder Ohrringe von Märkten aus Urlaubsregionen verzichten. Gold- und Silberschmuck ist ebenso unbedenklich wie Ohrschmuck aus Titan, Platin oder Chirurgenstahl. Für Menschen mit besonders empfindlicher Haut empfiehlt sich Ohrschmuck aus Niob.

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Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).